Freiheit für die 42 Arbeiter der Nationalen Stahlindustrie Gruppe in Ahwaz!

In der Nacht von Sonntag den 16.12.2018 auf Montag den 17.12.2018 wurden 35 Arbeiter des größten Stahlproduzenten im Iran festgenommen. Weitere sieben Verhaftungen folgten. Dieses Unternehmen hat kürzlich seine vier Produktionsstätten privatisiert.

Diese Arbeiter sind alle Aktivisten der Gewerkschaft, die illegal in diesem Unternehmen arbeiten und befanden sich zu dem Zeitpunkt der Festnahme bereits 35 Tage im Streik. Es ist aber nicht der Erste, den die Gewerkschaft dieses Jahr organisiert hat.

Einer dieser Streiks fand im Frühling diesen Jahres statt und dauerte 56 Tage. Damit wollten die Kolleg*innen anfangs die Versicherungsbeiträge und ihre Gehälter erkämpfen, um die sie das Unternehmen Monate lang betrogen hatte. Außerdem ging es ihnen um die Nachzahlung ihrer Neujahrszuschläge für das Jahr 2017/2018. Da die Manager des Unternehmens, aber an keinem der Punkte nachgaben, wurden die Forderungen verschärft.
So fordern sie jetzt auch die Verstaatlichung des Unternehmens und die Zulassung des von ihnen gegründeten Arbeiter*innenrats. Außerdem gelang und gelingt es ihnen insbesondere im momentan laufenden Streik auch immer wieder breite Teile der Stadtbevölkerung von Ahwaz zu mobilisieren. Dies liegt daran, dass es in der iranischen Bevölkerung ein allgemeines Gefühl gibt, dass die Bosse und die Regierung korrupt seien und nicht die Interessen der Bevölkerung vertreten. Das führt dazu, dass sich auch außerhalb der Gewerkschaft die Menschen radikalisieren. Gerade hiervor haben die Herrschenden in Form von Rouhani große Angst. Deswegen gehen sie mit massiven Repressionen gegen Proteste und Streiks vor. Hierbei greifen sie insbesondere erkennbar organisierte Strukturen, wie die Gewerkschaft der Arbeiter*innen der Nationalen Stahlindustrie an. Bei der Festnahmewelle wurde neben Basisaktivisten auch Karim Sayih, ein Sprecher der Gewerkschaft festgenommen. Das zeigt, dass sie gezielt gegen die Gesichter der Proteste vorgehen. Mit der Verhaftungswelle wollen sie Proteste unterdrücken. Doch damit liegen sie falsch. Faktisch hat sich parallel zur Radikalisierung auch eine Angstlosigkeit entwickelt. So sagte der Festgenommene Karim Sayih in seiner letzten Rede sinngemäß, dass die Arbeiter*innen weder vor dem Knast, noch vor Folter und Tod Angst haben müssen, da allen bewusst ist, dass sie die Wahrheit sagen. Und dass diese Wahrheit nicht aufhört, wenn eine*r der Kolleg*innen stirbt.

Was dem Eingesperrten droht, zeigt der Fall des Gewerkschafters der größten Zuckkerrrohrfabrik des Landes Haft Tapeh, Ismaeil Bakhshi, der nach seiner letzten Festnahme gefoltert wurde und nur durch den Druck der inneriranischen und internationalen Solidarität in ein Krankenhaus gebracht wurde. Imsaeil Bakhshi steht heute noch unter Hausarrest.

Wir solidarisieren uns mit den streikenden Arbeiter*innen und unterstützen die von ihrer Gewerkschaft propagierten Forderungen!
Außerdem fordern wir:
• Die sofortige Freilassung der 42 Arbeiter und aller politischen Gefangenen im Iran!
• Das Ende aller Foltermaßnahmen im Iran!
• Die Unterstützung der deutschen Gewerkschaften für die Streiks im Iran!
• Solidaritätsarbeit von DIE LINKE und linksjugend [’solid] mit den Streiks und Bewegungen im Iran!
• Für den Aufbau einer sozialistischen Partei im Iran!
• Für ein Iran der Räte und nicht des Kapitals!

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